11. August 2024
Ausflug nach Schloss Gartow
Aufs herzlichste wurden wir an einem sommerlichen Sonntag im August von Graf und Gräfin Hartwig und Clarita v. Bernstorff empfangen, die uns exklusiv die Gartower Schlossbibliothek zeigten. In einem Seitenflügel zusammen mit dem Familien-Archiv untergebracht, umfasst sie ca. 16.000 Bände.

Die FELIX JUD FRIENDS auf der Einfahrt zum Schloss Gartow
Erste Bücher stammen bereits aus dem Jahr 1501. Zuerst fiel die Ordnung ins Auge, die nach Formaten erfolgt. Dies erfordert eine genaue Katalogisierung und sorgfältige Nutzung, damit Titel auffindbar bleiben.
Wir erfuhren, dass eine einfache Adelsbibliothek über einen Grundstock von Publikationen verfügt: sogenannte Hausväterbücher, die alle Bereiche des ländlichen Lebens und Wirtschaftens behandeln, dazu Rossbücher, Rechtssammlungen sowie Bibeln und Gesangbücher. Doch diese Bibliothek wurde ständig um bedeutende Titel vorrangig zur griechischen und römischen Antike, zum Humanismus und zur Reiseliteratur mit Schwerpunkt Europa und Asien erweitert. Dazu finden sich neben Werken zur Geschichte, zur politischen Theorie und zur Länderkunde bibliophile Ausgaben u.a. von Klopstock, Lavater und Goethe. Diese Sammlung von
zahlreichen Erstausgaben entwickelte sich so zur wohl bedeutendsten Adelsbibliothek in Norddeutschland.
Der Gelehrte Johann Georg Keyßler (1693 – 1743) unterrichtete die jungen
Freiherren Johann Hartwig und Andreas Gottlieb von Bernstorff und prägte mit seinen Erwerbungen die Bibliothek maßgeblich. Zudem war Klopstock häufiger Gast im Schloss und widmete Johann Hartwig Ernst von Bernstorff seine Oden. Rund um die Bibliothek entstand reges geistiges
Leben.
Wer das Glück hatte, Hartwig und Clarita v. Bernstorff zuhören und zusehen
zu können, dem wurde schnell klar, dass auch heute noch in der Bibliothek mit Passion geforscht und gearbeitet wird. Die beiden stellten uns Werke mit prachtvollen Einbänden und Kupferstichen, Atlanten und Stadtgrundrissen vor; und erzählten, was sie persönlich zu einzelnen Titeln herausgefunden haben.
Die Besichtigung der Schlosskirche und eine Kaffee- und Teestunde im
Schlosspark rundete unseren Besuch ab. Schöner hätte der erste Ausflug der
FELIX JUD FRIENDS nicht sein können.
Wir bedanken uns sehr, sehr herzlich bei unseren Gastgebern.
Wer mehr über die Bibliothek erfahren möchte, der lese hier.
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