28. März 2026
Besuch der FELIX JUD FRIENDS in der Janssen Bibliothek im Goßler Haus

Kerstin Peters, 1. Vorsitzende des Freundeskreises Janssen Bibliothek im Goßler Haus lud die Friends zu einem äußerst lebendigen freien und kompetenten Vortrag in die kleine, feine Bibliothek ein. Sie stellte uns den Künstler Horst Janssen, den sie in seinen letzten 5 Lebensjahren persönlich begleiten durfte, vor allem als Schriftsteller vor.
Horst Janssen war ein enger Freund der Buch- und Kunsthandlung Felix Jud, die sich zu dieser Zeit noch Hamburger Bücherstube nannte. Der damalige Inhaber Wilfried Weber veranstaltete mit Janssen Lesungen und Ausstellungen, die stets sehr gut besucht waren und grundsätzlich für großes Aufsehen sorgten. In dem inzwischen vergriffenen Buch „Hinkepott“ schildert Janssen solch einen Abend.

Horst Janssen Anfang der 70er Jahre – Credit: Karin Elmers
Nach dem verheerenden Brand in der Silvesternacht 1989/90 am Neuen Wall musste die Hamburger Bücherstube in ein Ladengeschäft in die Schauenburger Straße umziehen. Dort organisierte Wilfried Weber eine Benefizauktion zugunsten der Buchhandlung. Zum Erfolg der Auktion trug Horst Janssen maßgeblich bei. Täglich schickte er über Wochen seine „Brandkarten“ ins Firmenbüro am Neuen Wall 10. Und er schuf eine Radierung, die an Prominente geschickt wurde, die wiederum zu dieser Grafik etwas schrieben, so auch an Loriot. Diese Postkarten und kommentierten Grafiken konnten sehr erfolgreich versteigert werden. Kerstin Peters wusste zu berichten, dass Victor von Bülow alias Loriot und Horst Janssen gemeinsam bei Alfred Mahlau an der Landeskunstschule in Hamburg studiert hatten, aber im Streit auseinander gegangen waren. Wilfried Weber brachte beide wieder zusammen.
Kerstin Peters erzählte uns auch, dass der berühmte Japan-Papier Hersteller und Händler Nao in Tokio auf einer Ausstellung auf Arbeiten von Horst Janssen gestoßen und von diesen hellauf begeistert war. Er wollte darauf den Künstler unbedingt kennenlernen. Wilfried Weber war es, der die beiden persönlich zusammen führte. Der Japan-affine Janssen – man denke an die Folge „Hokusai´s Spaziergang“ – entwarf schließlich das Firmenlogo von Paper Nao und aquarellierte auf Nao´s Papieren.
Wir danken Frau Peters für den wunderbaren, auf uns zugeschnittenen Vortrag aufs Herzlichste !